Förderverein des NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Für Termine des Vereins EL-DE-Haus und seiner Kooperationspartner bitte hier klicken.


Mittwoch, 2. August 2023, 17:30 Uhr
ROM e.V., Venloer Wall 17 | 50672 Köln

Filmvorführung Djelem Djelem

Der Film ist im Rahmen des Projekts “Gegen das Vergessen und Verdrängen – Gespräche mit Rom:nja und Sinti:ze” entstanden und wurde in Kooperation mit Romane Romnja realisiert. Das Projekt erhielt Förderung durch das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Gedenkfeier, die am 2. August dieses Jahres in Kooperation mit dem Multikulturellen Forum und dem Bildungswerk Multi-Kulti im Rom e.V. stattfinden wird, hat das Ziel, die Opfer eines verheerenden Genozids in der NS-Zeit zu ehren und das Bewusstsein für die schrecklichen Folgen solcher Verbrechen zu schärfen. Wir möchten eine angemessene Gedenk-veranstaltung organisieren, die den Überlebenden und ihren Familien Trost spendet und gleichzeitig der breiteren Öffentlichkeit die Bedeutung des Gedenkens an vergangene Gräueltaten verdeutlicht.

Trailer zum Film: https://youtu.be/2aXL8AsUmrw
Flyer zum Film: Layout 1 (romev.de)

Weitere Informationen gibt es hier auf Deutsch und auf Romanes


Donnerstag, 20. Juli 2023, 18:00 Uhr
Albertusstraße 26 | Erich-Klibansky-Platz

Öffentliches Gedenken an die Deportation von 1164 jüdischen Frauen, Männern, Jugendlichen und Kindern von Köln nach Minsk.
Am 81. Jahrestag dieser Deportation  wird am Ort des ehemaligen Schulgebäudes mit verschiedenen Beiträgen der Familie Klibansky und aller anderen am 20. Juli 1942 deportierten Menschen gedacht und über die Umstände dieser Deportation und die Vernichtungsstätte Blagowschtschina / Maly Trostenez informiert.
Es besteht die Möglichkeit Blumen niederzulegen.

Weitere Informationen hier.

Eine Veranstaltung des Lern- und Gedenkort Jawne und des Jugendclub Courage Köln e.V . in Zusammenarbeit mit der Synagogengemeinde Köln.


Mittwoch, 21. Juni 2023, 19 Uhr
Zentralbibliothek, Josef-Haubrich-Hof 1, 50676 Köln

Peter Finkelgruen:
Ein halbes Jahrhundert Leben als Jude in Deutschland

Lesung und Gespräch mit Peter Finkelgruen, Reinhold Goss und Ursula Reuter

Eintritt frei!

Plakat Finkelgruen 21-6-2023

Info: germaniajudaica@stbib-koeln.de oder 02 21/23 23 49


Donnerstag, 15. Juni 19:00 Uhr
Lern- und Gedenkort Jawne, Erich-Klibansky-Platz Albertusstr. 26

Die Versöhnungsarbeit der Geschichtswerkstatt Minsk und die Herausforderung durch den russischen Krieg gegen die Ukraine

Vortrag von Dr. Aliaksandr Dalhouski von der Geschichtswerkstatt ”Leonid Lewin” in Minsk

Weitere Infos finden sich auf dem Flyer. Der Eintritt ist frei.


Samstag, 17. Juni 2023, 11-24 Uhr
im NS-Dokumentationszentrum

Mit der Erweiterung um die dritte und vierte Etage bespielt das NS-DOK erstmals seit 1979 das gesamte EL-DE-Haus. Parallel zu den Baumaßnahmen der letzten drei Jahre hat sich neben dem Leitungswechsel auch das Team stark verändert. Und zugleich wandeln sich die gesellschaftlichen, politischen, aber auch technischen Kontexte unserer Arbeit als Gedenkstätte und zeitgeschichtliches Museum rapid.

Mit einem vielfältigen Programm feiert das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln am 17. Juni 2023 seine räumliche Erweiterung.
Wir laden Sie herzlich dazu ein, unsere neuen Lernräume Remote Island und Junges Museum sowie die neuen Erzählcafés und Workshopräume zu entdecken.
Außerdem gibt es Einblicke in aktuelle Projekte des NS-DOK sowie in die Arbeit einiger unserer Kooperationspartner*innen, Musik, Foodtrucks und Möglichkeiten zum Austausch.
Das ausführliche Programm finden Sie hier.

 


Dienstag, 13. Juni | 19:30 – 21:00 Uhr
im Literaturhaus Köln

Michail Schischkin: Gegen den Krieg schreiben

Rechtslosigkeit, Kriege, Folter und Mord.

Die Reihe »Souvenir« ist ein Projekt des Literaturhaus Stuttgart in Kooperation mit dem Netzwerk der Literaturhäuser und der Projektgruppe für Mittel-, Ost- und Südosteuropa der Bundeszentrale für politische Bildung und mit freundlicher Unterstützung der Ernst Klett AG.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Aktionswochen zum Gedenken an 90 Jahre Bücherverbrennung.

Eintritt: 10,00 Euro, Mitglieder 6,00 Euro,
Livestream: 6,00 Euro


Sonntag, 4. Juni 12:00 – 14:30 Uhr
Filmhaus Maybachstraße , Maybachstraße 111

Klarsfeld: A Love Story
Zwei Leben gegen den Faschismus

Vorführung des Films mit anschließender Diskussion.

Der 90-minütige Dokumentarfilm (GB 2022, OF mit deutschen UT)  macht in einem Mosaik aus Archivmaterial und Zeitzeugnissen deutlich, warum den Klarsfelds nicht nur ein bedeutsamer Platz in der Nachkriegsgeschichte zusteht, sondern auch in der vom Rechtsextremismus bedrohten Gegenwart.

Zum Film:
»„Kiesinger, Nazi, abtreten!“, ruft eine 29-jährige Frau 1968 im Bonner Bundestag dem Bundeskanzler zu. Einige Monate später ohrfeigt Beate Klarsfeld das ehemalige NSDAP-Mitglied in aller Öffentlichkeit. In Paris hat sie den Holocaust-Überlebenden Serge Klarsfeld kennen und lieben gelernt, der nach dem Studium als Rechtsanwalt und Historiker tätig wird. Zusammen spürt das Paar untergetauchte NS-Verbrecher auf und engagiert sich dafür, dass diese vor Gericht gestellt werden. Seit Jahrzehnten setzen sich die Klarsfelds für die Opfer der Shoah ein.

In einem Mosaik aus Archivmaterial und Zeitzeugnissen zeichnet der Dokumentarfilm Klarsfeld: A Love Story das Leben und Wirken der Klarsfelds sowie ihren bis heute andauernden Kampf für eine wehrhafte Demokratie nach.«

Eine Voranmeldung kann beim Kino erfolgen: 0221-33 77 05 15

Der Eintrittspreis beträgt 6 – 8 Euro.

Eine Veranstaltung der Deutsch-Französischen Gesellschaft im Rahmen der Aktionswochen zum Gedenken an 90 Jahre Bücherverbrennung.


Am 8. Mai findet um 17 Uhr eine Kundgebung gegen den geplanten Auftritt von Roger Waters statt. Der Verein EL-DE-Haus ruft gemeinsam mit anderen Organisationen zu dieser Kundgebung auf.

 

Die  Begründung zur Kundgebung gegen Roger Waters kann hier geladen werden.

Bei der Pressekonferenz am 4.5. hat die Co-Vorsitzende der Vereins EL-DE-Haus, Claudia Wörmann-Adam nachfolgendes Statement gehalten:

„In diesen Tagen und in diesem Jahr begehen geschichtsbewusste Deutsche eine Vielzahl geschichtsträchtiger Daten die für die systematische Ausgrenzung, Verfol­gung und Vernichtung jüdischer Menschen stehen.

Am 1.April vor 90 Jahren kennzeichneten Nazis jüdische Geschäfte mit dem Judenstern.

Am 7. April 1933 wurde mit dem „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamten­tums“ die Grundlage für die Ausgrenzung von jüdischen Personen aus dem öffentli­chen Dienst geschaffen.

Vom 10. bis 17. Mai 1933 loderten überall im deutschen Reich die Feuer für Bücher missliebiger Literatinnen und Literaten; dazu zählten in besonderem Maße jüdische Autorinnen und Autoren.

1935 wurden durch die Nürnberger Rassegesetze Juden zu Menschen minderen Rechts gemacht.

1941 wurde die Kennzeichnungspflicht für Jüdinnen und Juden zum Gesetz. Sie verpflichtete alle Menschen jüdischer Herkunft zum Tragen des Judensterns. In un­rühmlicher Tradition wiederholte sich die Geschichte: schon im Mittelalter mussten Jüdinnen und Juden gelbe Flecken oder bestimmte Hüte tragen.

Die sogenannte „Judensau“ findet sich bis heute in vielen christlichen Kirchen. Sie sollte jüdische Menschen verhöhnen, ausgrenzen und demütigen, weil das Schwein im jüdischen Glauben als unrein gilt. Die Schimpfwörter „Judensau“ und „Juden­schwein“ finden seit Anfang des 19 Jahrhunderts in der deutschen Sprache Verwen­dung und wurden durch die Nazis wiederbelebt und sie kennzeichnen bis heute den Jargon von Alt- und Neofaschisten.

Wenn Roger Waters in seinen Konzerten ein Schwein mit Judenstern aufsteigen und später zerplatzen lässt, spricht das eine eindeutige antisemitische Sprache. Auch, wenn er mittlerweile  – nach vielfältigen Protesten – das Schwein zusätzlich mit ande­ren Symbolen versehen lässt, bleibt der Kern antisemitisch und menschenverach­tend.

Das ist der Grund, weshalb wir, der Verein EL-DE-Haus Förderverein des NS-Doku­mentationszentrum der Stadt Köln, uns dagegen aussprechen Konzerte mit
Roger Waters stattfinden zu lassen. In der DNA unseres Vereins ist hinterlegt, dass wir uns gegen jede Form von Antisemitismus zur Wehr setzen.

Künstlerische Freiheit endet für uns da, wo Menschen aufgrund tatsächlicher oder vermeintlicher Merkmale und Zugehörigkeiten zu Gruppen oder Religionen ausge­grenzt werden.“


Di, 25. April, 19 Uhr im NS-DOK
Vortrag und Diskussion: VERDRÄNGT AUS AMT UND WÜRDEN

Hans Ernst Böttcher, Präsident des Landgerichts Lübeck i.R., referiert über die Entstehung und Folgen des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“, das im April 1933 erlassen wurde. Es diente dazu, politische Gegner wie Jüdinnen*Juden, Demokrat*innen, Linke und Frauen aus dem öffentlichen Dienst und der Anwaltschaft zu entfernen.

Im Anschluss an den einführenden Vortrag moderiert Annika Triller, stellvertretende Vorsitzende des Vereins EL-DE-Haus eine Gesprächsrunde mit dem Referenten, Irene Franken (Kölner Frauengeschichtsverein), Birte Klarzyk (NS-DOK) und Dr. Witich Rossmann (Vorsitzender DGB-Stadtverband Köln).

Veranstaltungsreihe des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln
23. Februar bis 25. April 2023
Anlässlich des 90. Jahrestags der Machtergreifung der Nationslsozialisten und weiterer Ereignisse in 1933.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen beträgt jeweils 4,50 EUR regulär / 2 EUR ermäßigt.
Für Mitglieder des EL-DE-Haus-Vereins sind alle Veranstaltungen im NS-DOK frei.

Alle Veranstaltungender Reihe finden im NS-DOK statt. Da die Platzanzahl begrenzt ist, empfehlen wir Ihnen eine Anmeldung unter nsdok@stadt-koeln.de.

 

 



Dienstag, den 14.03.2023 um 11.00 Uhr  Pressekonferenz in die Steinwache in Dortmund für die Ausstellung

Ausstellung “Klänge des Lebens. Geschichten von Sinte, Roma und Jenischen. Eine Ge-Denk-Station” in der Steinwache

Im März 2023 jährt sich die Deportation Dortmunder Sinte*zze und Rom*nja nach Auschwitz zum 80. Mal. Dies und die Tatsache einer fortwährenden Diskriminierung sowie einer weitverbreiteten Unkenntnis über die Geschichte von Verfolgung und Völkermord nimmt die Gedenkstätte Steinwache zum Anlass, vom 16. März bis zum 25. Mai 2023 die Ausstellung “Klänge des Lebens” zu zeigen.
Für die Ausstellung „Klänge des Lebens“ haben sich Markus Reinhardt, Krystiane Vajda und der Verein „Maro Drom – Kölner Sinte und Freunde e.V.“ auf den Weg gemacht und mit vielen Menschen in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz und Polen gesprochen.
Sie haben sie gefragt, wie sie als Sinte, Roma und Jenische in früheren Zeiten gelebt haben, wie sie Nationalsozialismus und Völkermord überlebten und wie sie nach 1945 eine neue Lebensperspektive begründen konnten. Kinder von Überlebenden erzählen, wie sie heute mit der Last der Geschichte umgehen. Weg-Gefährt*innen bringen ihre Perspektive auf die Geschichte ein. Die Lebensgeschichten, die Sie lesen, sehen und hören können, zeugen von dem Leid, das Verfolgung und Völkermord verursacht haben. Sie lassen die Trauer um die Ermordeten spüren, sie sind aber auch Zeugnisse des Überlebenswillens, der Solidarität, des Muts und des Widerstands.
Der Völkermord bedeutete den Verlust von Angehörigen, aber auch von materiellem Besitz und kulturellem Gut. Uns begegnen Menschen, denen alles geraubt wurde, die nach 1945 vor dem Nichts standen und doch die Kraft fanden, sich ein neues Leben aufzubauen. Eine Quelle für diese Kraft ist die Musik, die eine Brücke zu reichhaltigen, jahrhundertealten Traditionen der Sinte, Roma und Jenischen baut. Viele der Interviewpartner*innen haben über diskriminierende Erfahrungen in ihrem Alltag oder über ihre Angst vor dem Erstarken rechtsextremer Parteien berichtet. Umso wichtiger ist es, mit diesen Geschichten an die Öffentlichkeit zu treten.

Programm:

  • 03.2023, 19:00 Uhr: AusstellungseröffnungMarkus Reinhardt und Krystiane Vajda führen in die Ausstellung und das Interviewprojekt mit Überlebenden und deren Nachfahren ein.Als besondere Gäste begrüßen wir einen Zeitzeugen. Stefan Klemp (Historiker) und Rof Fischer (Historiker) berichten zur Verfolgungsgeschichte der Dortmunder Sinte und Roma.
    Musik: Markus-Reinhardt-Ensemble mit Fateli und Gigi Krause aus Dortmund.
  • 04.2023, 19:00 Uhr: Midissage „Tag der Jugend“
    Krystiane Vajda im Gespräch mit einer Zeitzeugin
    Präsentation von zwei ausgewählten Zeitzeugen-Interviews
    Junge Sinte lesen Briefe von verfolgten Sinte aus Dortmund
    Musik: Fateli und Gigi Krause aus Dortmund, Markus Reinhardt und Janko Wiegand
  • 05.2023, 19:00 Uhr: Finissage „Requiem für Auschwitz/Poesie“
    Musik und Poesie der ersten und zweiten Generation der Überlebenden
    Roger Moreno, Sinto und Komponist des „Requiem für Auschwitz“
    im Gespräch mit Krystiane Vajda
    Präsentation von zwei ausgewählten Zeitzeugen-Interviews
    Musik: Markus-Reinhardt-Ensemble mit Roger Moreno

Mahn- und Gedenkstätte Steinwache
Stadtarchiv Dortmund
Märkische Straße 14
44122 Dortmund
Telefon: 0231 – 5027685
Telefax: 0231 – 5026011
www.dortmund.de/steinwache

 


Donnerstag 16. März – Sonntag 13. August im NS-DOK

Un| sichtbarer Terror. Orte rechter Gewalt in Deutschland

Die Geschichte rechter Gewalt in Deutschland ist auch eine Geschichte kollektiven Wegsehens und Schweigens. Die Ausstellung ist eine Einladung, sich an die Alltäglichkeit rechter Gewalt zu erinnern und anderen hiervon zu erzählen.

„Un|sichtbarer Terror. Orte rechter Gewalt in Deutschland“ ist eine Ausstellung des NS-DOK in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung. Sie nähert sich der langen Geschichte rechter Gewalt in Deutschland aus Perspektive der Gegenwart. Die Begegnung mit meist unbekannten, in Vergessenheit geratenen Gewaltgeschichten erfolgt über Fotografien, auf denen Schauplätze vergangener rechter Übergriffe, Attentate und Morde festgehalten sind: Seit 2021 hat der Fotograf Mark Mühlhaus mehr als 30 Orte in ganz Deutschland aufgesucht, an denen rassistische oder antisemitische Taten von Rechtsterroristen, Neonazis, Skinheads und gewaltbereiten rechten Jugendlichen verübt wurden.

Dies sind alltägliche Orte – öffentliche Plätze, Häuserzeilen, Landstraßen, Uferpromenaden oder Badeseen. In ihrer scheinbaren Normalität fordern die Fotografien die Besucher*innen heraus, sich mit den Orten und den damit verbundenen Geschichten rechten Terrors auseinanderzusetzen. Analoge und digitale Angebote laden dazu ein, anderen über Postkarten oder Social Media von den Gewalttaten und Opfern zu erzählen und damit selbst dazu beizutragen, den bislang übersehenen Terror ein Stück sichtbarer zu machen.

Ein eigener Ausstellungsbereich vertieft mehrere in Köln verübte, wenig bekannte rechte Gewalttaten. Die Inhalte wurden von Schüler*innen und Studierenden in Zusammenarbeit mit dem Kurator*innenteam erarbeitet.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am 15. März 2023 um 19 Uhr im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln statt. Um Anmeldung wird unter nsdok@stadt-koeln.de gebeten.


Freitag 31. März 2023        17-19 Uhr im Oberlandesgericht Köln

31. März 1933 – Beginn der Vertreibung der jüdischer Juristen

Am Morgen des 31. März 1933 trieb die SA als Teil einer reichsweiten Kampagne die im Gerichtsgebäude Reichenspergerplatz anwesenden jüdischen Richter, Staats- und Rechtsanwälte aus ihren Dienstzimmern und unter Unterbrechung der Sitzungen in den Plenarsaal zusammen und verlud sie anschließend u.a. auf einen Müllwagen. Zusammengepfercht wurden sie so in langsamer Fahrt durch die Stadt transportiert, bis sie später am Polizeipräsidium freigelassen wurden.
Nachmittags ersetzte eine außerordentliche Mitgliederversammlung des KAV einstimmig den Vorstand, in dem noch Juden vertreten waren, durch einen NSDAP-geführten Vorstand.
Hieran soll am 90. Jahrestag die Veranstaltung des Kölner Anwaltsverein (KAV) in eben diesem Plenarsaal des OLG erinnern, zu der herzlich eingeladen wird.

Zunächst wird Dr. Matthias von Hellfeld eine Einführung zur politischen Situation im Frühjahr 1933 geben. Er ist Historiker, Journalist und Publizist. Tätig ist er u.a. als Moderator und Redakteur in der ARD und derzeit verantwortlicher Redakteur des Magazins „1 Stunde History“ bei Deutschlandfunk Nova. Er doziert an verschiedenen Universitäten und Ausbildungsakademien zur europäischen und deutschen Geschichte. Unter anderem erhielt er 2019 den deutschen Podcastpreis.

Dr. Moritz von Köckritz wird sodann die Gleichschaltung und spätere Entnazifizierung am Beispiel von OLG-Präsidenten schildern. Seine entsprechende Dissertation erschien 2011 im Peter Lang Verlag und wird als wichtiges Werk zur deutschen Justizgeschichte im Nationalsozialismus angesehen.

Abschließend liest Peter Mönnig, Direktor des AG Linz (am Rhein), aus seinem 2021 erschienenen Roman „Grenzverschiebung“, der sich mit der Ministerialbürokratie in der NS-Zeit, der Abschaffung des Rechtsstaates und die Aufgabe fundamentaler Rechtsgrundsätze befasst.

Nach den Kurzvorträgen gibt es die Möglichkeit der Erörterung und Diskussion. Bei Getränken und Canapés klingen die Gespräche aus.

Die Veranstaltung moderiert  Dr. Hanswerner Odendahl, Fachanwalt für Familienrecht. Er war Co-Autor der im KAV Magazin Ausgaben 01 – 03/2022 erschienenen Beiträge „Dr. Alexander Bergmann – Präsident des OLG Köln 1933 – 1943“ und führt mit einem weiteren Beitrag in die Veranstaltung ein.

31.03.2023  17:00 – 19:00 Uhr  Oberlandesgericht Köln
Reichenspergerplatz 1, 50670 Köln


 

 


Do, 9. März, 19 Uhr im NS-DOK

Vortrag: DAS „BRAUNE HAUS“ IN DER MOZARTSTRASSE. EIN ZENTRALER ORT DES NS-TERRORS IN KÖLN 1933

Bereits kurz nach der Machtübernahme begannen die NS-Verbände mit exzessiver Gewalt gegen Angehörige der linken Arbeiterbewegung, Andersdenkende und jüdische Bürger*innen vorzugehen. Auch in Köln entstanden zahlreiche von SA, SS und NSDAP betriebene Haft- und Folterstätten. Eine besondere Rolle spielte dabei das „Gauhaus“ der NSDAP in der Mozartstraße, dessen Haftkeller für einige Monate zum zentralen Ort lokalen NS-Terrors wurde.

Dr. Thomas Roth, Historiker am NS-DOK, rekonstruiert die damaligen Ereignisse und schildert die Formen und Zwecke der in der Mozartstraße ausgeübten Gewalt. Er wirft einen Blick auf die Täter und lässt Opfer zu Wort kommen. Schließlich geht es darum, welche Auswirkungen der Terror im „Braunen Haus“ auf die Kölner Stadtgesellschaft hatte.


Do 26.01. 2023, 18:00 Uhr Ort: Antoniterkirche, Schildergasse

Erinnern – eine Brücke in die Zukunft 2023

Im Jahr 2023 richtet sich der Blick auf die Gleichschaltung der Medien während der NS-Diktatur. Schaupieler:innen rezitieren eine Textcollage zu der Einführung des Schriftleitergesetzes, dem Verbot von linken Tageszeitungen und der Übernahme des noch jungen Mediums Rundfunk.

Grußwort: OberbürgermeisterinHenriette Reker
Musik:
Martine Neschen
Rezitation: Maria Ammann | Markus Andreas Klauk | Renate Fuhrmann | Axel Gottschick

Mahngang: Treffpunkt von Stimmen der Solidarität –
Mahnwache Köln e.V.,
Naciye Alpay, Bahnhofsvorplatz

Weitere Informationen hier


Mittw., 7. Dezember 2022, Bahnhof Deutz /Messe (tief) 20:00 Uhr

Exkursion: sichtbar machen. Kommunikation im und über den Holocaust

 

Die Gedanken und Gefühle, die Hoffnung und Verzweiflung der jüdischen Bevölkerung Kölns während der NS-Zeit sichtbar machen, das ist das Ziel dieses Projektes in Kooperation von Museumsdienst und NS-DOK. Großprojektionen bringen die Geschichte und Geschichten an die Orte ihres Geschehens inmitten der Stadt zurück.

Auf der Grundlange umfangreich überlieferter Selbstzeugnisse der Kölner Familie Schönenberg und ergänzt um detaillierte historische Informationen, Erläuterungen und die Perspektiven von überlebenden Zeitzeug*innen entsteht bis zum Jahresende darüber hinaus ein facettenreiches Webportal, welches am 7. Dezember veröffentlicht wird. Weitere Informationen zu dem Projekt unter https://sichtbar-machen.online.

Für: Alle | Von: Museumsdienst Köln | Treffpunkt: Bahnhof Deutz/Messe| Teilnahme: kostenlos


Mittwoch, 16. November 2022, 19 Uhr

„Von Krakau nach Kapstadt. Deportiert nach Auschwitz. Bericht einer Überlebenden des Holocaust“

Buchvorstellung mit der Autorin Lisa Strauß. Moderation Katja Garmasch

Eintritt frei – Anmeldung erbeten: info@nsberatung.de

Ort: Josef-Haubrich-Hof 1 Zentralbibliothek

Lisa Strauß hat die Geschichte ihrer Großmutter aufgeschrieben: Peggy Berolsky, geboren 1924 in Koszyce, überlebte die Arbeits- und Konzentrationslager Płaszów, Auschwitz und Bergen-Belsen, wo sie von britischen Truppen befreit wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg emigrierte sie nach Südafrika. Sie starb 2008 in Aachen.

Die Lesung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Mosaik der Erinnerung / Literatur der Gegenwart. Literarische Zeugnisse von Angehörigen der Folgegenerationen von NS-Verfolgten“ des Bundesverbands Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. statt. Die Germania Judaica ist Kooperationspartner.


Donnerstag, 10. November 17:00 Uhr

Kundgebung  Solidarisch in der Energiekrise

Ort: Ottoplatz / Deutzer Bahnhof

Weitere Informationen finden sich hier.


Mi. 09. Nov. 2022, 20:00 Uhr

Exkursion: sichtbar machen. Kommunikation im und über den Holocaust

 

Die Gedanken und Gefühle, die Hoffnung und Verzweiflung der jüdischen Bevölkerung Kölns während der NS-Zeit sichtbar machen, das ist das Ziel dieses Projektes in Kooperation von Museumsdienst und NS-DOK. Großprojektionen bringen die Geschichte und Geschichten an die Orte ihres Geschehens inmitten der Stadt zurück.

Eine erste Projektion hat am 15. Juni 2022 stattgefunden. Weitere Projektionen finden am 9. November am ehemaligen Standort der zerstörten Synagoge Glockengasse sowie am 7. Dezember am Bahnhof Deutz als zentralem Ausgangspunkt der Deportationen statt.

Auf der Grundlange umfangreich überlieferter Selbstzeugnisse der Kölner Familie Schönenberg und ergänzt um detaillierte historische Informationen, Erläuterungen und die Perspektiven von überlebenden Zeitzeug*innen entsteht bis zum Jahresende darüber hinaus ein facettenreiches Webportal, welches am 7. Dezember veröffentlicht wird. Weitere Informationen zu dem Projekt unter https://sichtbar-machen.online.

Für: Alle | Von: Museumsdienst Köln | Treffpunkt: Opernvorplatz/ Glockengasse | Teilnahme: kostenlos


Montag, 17. Oktober 2022, 19:00 Uhr

“Den Schmerz der anderen begreifen”
Gesprächsabend mit Charlotte Wiedemann, Esi Müller und Ilias Uyar

Ort: Forum Volkshochschule, Cäcilienstraße 29-33 am Neumarkt

Weitere Informationen finden sich hier.


Donnerstag, 15. September 2022, 19.30 Uhr

Verleihung des Giesberts-Lewin-Preis 
an den Verein EL-DE-Haus

Ort: Käthe-Kollwitz-Museum, Neumarktpassage

Es wird um Anmeldung per E-Mail gebeten:

E-Mail: kontakt@koelnische-gesellschaft.de


Dienstag, 30. August um 19:30

“Ich, Europas blasses Judenkind”

Das außergewöhnliche Leben der Schriftstellerin Ruth Weiss zwischen Europa und Afrika
Lesung und Gespräch mit der Autorin. Moderation: Lutz Kliche

Stadtbibliothek Köln
Josef-Haubrich-Hof 1
50676 Köln – Altstadt/Süd

Der Eintritt ist frei.

Es wird um Anmeldung per E-Mail gebeten.
E-Mail an germaniajudaica@stbib-koeln.de

Weitere Informationen gibt es hier.


Di.-Fr. 10-18 Uhr, bis 4. September

 „Cellini – Goethe – Paffenholz.
Widerstand im Tarnmantel eines Kunsttraktats“

Ausstellung im Wallraf-Richartz-Museum
Obenmarspforten Köln

Zur Person
Peter Josef Paffenholz wurde am 17. Februar 1900 in Köln geboren und wuchs im Eigelstein-Viertel auf. Er machte sich in seiner Heimatstadt rasch einen Namen als Illustrator und Bühnenbildner und gehörte zum Künstlerkreis der Kölner Progressiven um Heinrich Hoerle und Franz Wilhelm Seiwert. 1933 wurde der Kommunist von der Gestapo erstmals verhaftet, zeitweise erteilte man ihm Berufsverbot. Nach dem Krieg kämpfte Paffenholz lange vergeblich um eine Entschädigung. Er starb 1959 in Remscheid.


Samstag, 3. und Sonntag 4. September 2022, Beginn: 19.30 Uhr

DER UNBEUGSAME – Der Widerstand des Karl Küpper

von Tilman Strasser

Ort: Volksbühne am Rudolfplatz, Aachener Straße 5

Karneval im Dritten Reich. Ein Büttenredner betritt die Bühne. Es ist der populäre Karl Küpper. Die Nationalsozialisten haben ihm Redeverbot erteilt – am liebsten soll er ganz verschwinden, die Gestapo-Schergen stehen schon bereit. Doch „d’r Verdötschte“ lässt sich nicht kleinkriegen: er setzt sich auf die Bütt, hebt den Arm zum obligatorischen Hitlergruß und sagt dann nur: „Eß et am rähne…“? Er ballt die Hand zur Faust, dem Gruß der Kommunisten: „Nä, mer han esu en Wedder“! Dies ist eine beispiellose Provokation gegen die Nazis. Unbeugsam stellt sich Küpper allen Widerständen entgegen. Auch nach dem Krieg bleibt seine Kritik unerwünscht, selbst Adenauer übt über die Kölner Bürgermeister Druck auf die Karnevalsgesellschaften aus, ihn nicht mehr zu buchen. So bleibt Küpper bis an sein Lebensende die Anerkennung für seine Zivilcourage verwehrt.

Küppers Geschichte kommt nun mit einem Ensemble aus Schauspieler:innen und Kölner Bürger:innen auf die Bühne. Gespielt wird Küpper von einer kölschen Legende: dem Sänger und Schauspieler Gerd Köster.

Der Regisseur Stefan Herrmann, bekannt für Inszenierungen wie DRUGLAND am Neumarkt und Gewinner des Monica Bleibtreu Preises, inszeniert das Leben des „Verdötschten“ für die Volksbühne am Rudolfplatz,. Der Autor Tilman Strasser, ausgezeichnet mit dem Dieter-Wellershoff-Stipendium der Stadt Köln, hat das Stück eigens für diese Produktion geschrieben.

Flankiert wird Küppers Schicksal durch Geschichten von Kölner Bürger:innen, die sich im Karneval engagieren und diese Tradition nutzen, die Obrigkeiten durch den Kakao zu ziehen. Auf der Basis von Küppers Leben verhandelt der Abend die große Frage: Wie weit bist du bereit für die Deine freie Meinung zu gehen?

Besetzung
Regie: Stefan Herrmann
Bühne und Kostüme: Trixy Royeck und Veronika Witlandt
Dramaturgie: Nora Giese
Mit: Bettina Muckenhaupt; Gerd Köster, Georg Lenzen, Michael Meichßner sowie Kölner Bürger:innen

Eine Produktion von The Beautiful Minds
The Beautiful Minds e.V. (TBM) ist ein Theaterkollektiv aus Bonn. In seiner Arbeit legt es einen besonderen Fokus auf die partizipatorische und biografische Theaterarbeit mit den Expert:innen des Alltags: die Teilnehmenden bringen persönliche Geschichten aus ihren speziellen Lebenswirklichkeiten ein und gestalten so die Performances maßgeblich mit.

Weitere Termine:
 Sonntag 02. Oktober um 19:30 Uhr und Montag 03. Oktober 2022 um 11:00 Uhr.

Eine Besprechung der Uraufführung findet sich auf der Seite Medienecho.


Donnerstag 30. Juni 2022  um 19:00 Uhr

Nach Deutschland geflohen
Dr. Boris Zabarko im Gespräch mit Margret und Werner Müller

Ort: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Weitere Informationen hier: Zabarko Flyer

Der Bericht aus dem Kölner Stadtanzeiger über diese Veranstaltung steht auf der Seite Medienecho: Wenn Erinnerung das Herz trifft von Catherine Rensmann


Sonntag 26. Juni 2022, um 17:00 Uhr
im NS-Dokumentationszentrum

Finissage: „Tag der Jugend“

Grancino Reinhardt

Grancino Reinhardt, geboren 1976 als einer der Söhne von Franz „Schnuckenack“ Reinhardt, dem „großen Geigenvirtuosen der Sinti-Musik“, spricht mit Krystiane Vajda über sein Schicksal als Sohn eines Überlebenden. In jungen Jahren lernte er von seinem Vater Geige spielen, wechselte dann später aber zur Gitarre. Nach dem Tod von Schnuckenack Reinhardt gründete er zusammen mit seinem Bruder Sannino das „Sannino Reinhardt Quintett“, um den Geist von Schnuckenacks Musik weiterleben zu lassen. Auch die nächste Generation führt die musikalische Tradition der Familie fort.

Mit Musik von:
Grancino – Reinhardt – Quintett
Daniel de Alcalá und José Antonio Primo Reina
Dizzy Bone und Moogli

Ein Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Klänge des Lebens Geschichten von Sinti*zze und Rom*nja“

Für: Alle | Von: NS-Dokumentationszentrum | Teilnahme: kostenlos


Sonntag, 19. Juni 2022 um 17:00 Uhr

Exkursion: Marienprozession mit Lesung und Musik

Startpunkt der Prozession ist St. Maria in der Kupfergasse mit einer Andacht von Pfarrer Jan Opiela (katholische Seelsorge für Rom*nja, Sinte*zze und verwandte Gruppen). Anschließend führt die Prozession zum Hof des EL-DE-Hauses, wo junge Sinte*zze aus Briefen von Deportierten lesen. Der Abschluss wird beim Oberlichtwagen vor dem EL-DE-Haus mit musikalischer Begleitung von Markus Reinhardt und Janko Wiegand stattfinden.

Ein Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Klänge des Lebens Geschichten von Sinti*zze und Rom*nja“

Für: Erwachsene | Von: NS-Dokumentationszentrum | Treffpunkt: St. Maria in der Kupfergasse | Teilnahme: kostenlos


Sonntag 19. Juni 22 ab 14:30 Uhr

Edelweißpiratenfestival im Friedenspark!
Nach zwei Jahren Pandemie-Pause freuen wir uns sehr, mit Euch wieder die Antihitlerjugend im Friedenspark feiern zu können! Es wird fünf Bühnen bzw. Parkwinkel geben, wo tolle, sehr unterschiedliche Bands den Edelweißpiraten und verwandten Jugendgruppen ihren Tribut zollen werden. Dabei wird jede Band ein Edelweißpiratenlied interpretieren. Das großartig Line Up 2022 seht ihr auf unserem druckfrischen Plakat.
Neben der unangepassten Musik gibt es wieder ein Generationen-Café zum Informationsaustausch und die historische Wanderausstellung des NS-Doku-mentationszentrum »Von Navajos und Edelweißpiraten – Unangepasstes Jugendverhalten in Köln 1933 – 1945« in den Baui-Saal. Im Vorhof und im Rosengarten gibt es zudem Info- und Gastro-Stände, deren Erlös das Festival finanzieren hilft!

Ort: Oberländer Wall – Titusstraße (Südstadt)

Mehr Infos unter: www.edelweisspiratenfestival.de

Ein Bericht zu der Veranstaltung findet sich unter der Rubrik Medienecho.


Donnerstag, 16.06. um 17 Uhr im NS-Dok
Requiem für Auschwitz // Schattenkinder.

Musik und Prosa aus der zweiten Generation der Überlebenden.
Roger Moreno und Bluma Meinhardt im Gespräch mit Krystiane Vajda.

Ein Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Klänge des Lebens. Geschichten von Sinti*zze und Rom*nja“


Mittwoch 15.06. um 19 Uhr
Gedenkprojektion: Sichtbar machen.

Kommunikation im und über den Holocaust

Das jüdische Leben und der Holocaust: Gedanken und Gefühle zwischen Hoffnung und Ausweglosigkeit, Flucht und Verzweiflung mitten in der Stadt – an den Orten, an denen sich Ausgrenzung und Entrechtung unter den Augen der Mehrheitsgesellschaft abspielten. Dies sichtbar zu machen ist das Ziel der Projektion am ehemaligen Wohnort der jüdischen Familie Schönenberg in der Venloer Straße.
Auszüge aus ihren Tagebüchern, Briefen und Dokumenten sowie Fotos und die Namen der Bewohner*innen werden auf die Hausfassade projiziert und veranschaulichen den Weg vom gutbürgerlichen Leben in der Kölner Innenstadt über die zunehmende Ausgrenzung und Entrechtung, das Schicksal im Gettohaus bis zur Deportation am 15. Juni 1942.
Bis Ende 2022 entsteht in diesem Projekt auch ein umfangreiches Web-Portal. Weitere Projektionen bringen dessen Inhalte – und damit die Geschichte und Geschichten – zurück an die Orte ihres Geschehens mitten in der Stadt.

Ort: Stadtgarten mit anschließender Fassadenprojektion
an der Venloer Straße 23 / Ecke Bismarckstraße | Teilnahme: kostenlos

Ein Bericht über diese Installation findet sich auf dem Bücheratlas von Martin Oehlen & Petra Pluwatsch.


Klänge des Lebens. Geschichten von Sinte*zze und Rom*nja. Eine Ge-Denk-Station

9. Juni bis 26. Juni 2022

Eine Ausstellung des Maro Drom – Kölner Sinte und Freunde e.V. in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Beginn: 9. Juni 19:00 Uhr NS Dok. Appellhofplatz 23-25

Naomi Shmuel – Generationenübergreifende Erinnerungen an den Kindertransport. Die Auswirkungen des Holocaust auf zukünftige Generationen

Vortrag (in englischer Sprache) und Gespräch

Donnerstag, 2. Juni 2022, 18 Uhr
Ort: Lern- und Gedenkort Jawne, Erich-Klibansky-Platz/Albertusstr. 26, 50667 Köln

Eintritt frei! Spende erbeten

Bitte anmelden: schulreferat.kirche-koeln@ekir.de

Naomi Shmuel wird anhand ihrer eigenen Familiengeschichte über die generationenübergreifenden Erinnerungen und Auswirkungen der Schoa sprechen.
Ihre Mutter, die Schriftstellerin Karen Gershon (1923-1993), kam als Käthe Löwenthal im Alter von 15 Jahren kurz vor dem Zweiten Weltkrieg mit einem der ersten Kindertransporte aus Deutschland nach England. Ihre beiden Schwestern Anne und Lise konnten ebenfalls nach England fliehen, wurden jedoch bald nach ihrer Ankunft getrennt, und Anne starb schon während des Krieges. Ihre Eltern und Großfamilie wurden im Holocaust getötet. 

1988 schrieb Karen Gershon: „Vor ungefähr zwanzig Jahren sagte mir jemand, dass meine Kinder ebenfalls Opfer des Holocaust seien, doch ich weigerte mich, das zu glauben. Die Zeit hat bewiesen, dass es stimmt.“ In ihrem Vortrag wird Naomi Shmuel das Konzept von Postmemory und die langfristigen Auswirkungen des Holocaust auf künftige Generationen erörtern und mit den Teilnehmenden diskutieren. 

Dr. Naomi Shmuel ist Autorin, Illustratorin und Anthropologin und lebt in Israel. Ihre preisgekrönten Kinderbücher werden in israelischen Schulen häufig verwendet, um interkulturelles Verständnis und Toleranz zu fördern. Sie ist aktives Mitglied von Nevet, einem internationalen und multidisziplinären Forschungs- und Ausbildungszentrum an der Schule für Sozialarbeit der Hebräischen Universität, Jerusalem, das junge Wissenschaftler und Praktiker der Kinder- und Familienarbeit fortbildet.



Am kommenden Dienstag, dem 24. Mai, wird im NS-Dok  die neue Sonderausstellung “Theo Beckers. Ein junger Nationalsozialist fotografiert Köln” eröffnet:

Mit der Kamera in der Hand zieht der junge Theo Beckers in den 1930er Jahren durch Köln: Er fotografiert Familienfeiern, Ausflüge, HJ-Fahrten, die Haustiere, sein Zimmer, Karnevalsumzüge, Kirchenfeste, politische Aufmärsche, Freund*innen und Bekannte. Allein in den ersten Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft macht er mehrere tausend Aufnahmen, die Einblick in die Bildwelt eines jungen Amateurfotografen und lokalen HJ-Funktionärs geben.

Die Ausstellung lädt zum Hinschauen, Entdecken und Nachdenken ein: Wie sah Theo Beckers seinen Alltag und die Stadt, in der er lebte? Zu welchem Bild von ihm und seinem Leben setzen sich die Aufnahmen zusammen? Prägte sein Engagement für den Nationalsozialismus auch seine Fotografien? Wie passen sie zu den Vorstellungen, die wir uns vom Leben in der NS-Diktatur machen?


„Stimmen gegen das Vergessen“

24.4. – 28.4.2022 Fotoausstellung erinnert an die politischen Morde in Nicaragua

Am Sonntag, den 24.04.2022 um 16 Uhr beginnt die Ausstellung mit einer besonderen Eröffnungsveranstaltung: Im Exil lebende Betroffene werden anwesend sein und für ein Gespräch zur Verfügung stehen.

Danach findet die Ausstellung täglich von 16:00 bis 19:00 Uhr bis zum 28. April 2022 in der Eventhalle von KairosBlue, Niehler Str. 104, 50733 Köln (ehemaliges Clouth Gelände, Eingang über den Innenhof B – C) statt. Sonderführungen für Gruppen können unter 0172.9459491 vereinbart werden.
Eine Fotoausstellung in dem Clouth-Quartier macht auf eine staatliche Gewalttat im Jahr 2018 aufmerksam, die von der westlichen Welt weitgehend unbemerkt blieb: Rund 300 meist junge Demonstranten ließ der nicaraguanische Herrscher Ortega damals umbringen, um so den Widerstand gegen seine Gesetzgebungen zu brechen. Die Mütter der Ermordeten erinnern an die Getöteten – mit Fotos und Biografien.

Hier das Ausstellungsplakat.


Mit Mut und List: Europäische Frauen
gegen Faschismus und Krieg

Vorgestellt von Dr. Florence Hervé

Widerstand von Frauen gegen den Nationalsozialismus wurde lange nicht gewürdigt, erzählt und erinnert. Dabei waren Frauen in Europa an allen Formen des antifaschistischen Widerstands beteiligt, haben Verantwortung übernommen und besondere Formen der Résistance entwickelt. Ob im Kurierdienst, bei der Untergrundpresse, der Fluchthilfe oder selbst an den Waffen. Sie haben für Freiheit, Frieden und Menschenrechte gekämpft und zur Befreiung von der NS-Herrschaft beigetragen.

Mit ihrem Buch „Mit Mut und List“ erinnert Dr. Florence Hervé an diesen Frauen widerstand in Europa. Bei der Veranstaltung stellt sie einige Widerstandskämpferinnen vor. Mit Texten und Einspielung von Liedern aus dem antifaschistischen Widerstand.

Es liest: Christiane Lemm

Dienstag, 15. März 2022, 19.00 Uhr
NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
Appellhofplatz 23-25