Förderverein des NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Wer den Newsletter direkt erhalten will, sende bitte ein Mail an: EL-DE-Haus@web.de

EL-DE-Info 95 vom September 2022

EDITORIAL

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Mitglieder des Vereins EL-DE-Haus,
wir melden uns nach der Sommerpause zurück mit einem diesmal
etwas kürzeren Newsletter.
Seit einiger Zeit hat unser Verein eine eigene Homepage, auf der
wir aktuelle Beiträge und Berichte einstellen. An der Verbindung
zum NS-Dokumentationszentrum hat sich dadurch nichts geändert.
Im Gegenteil: wir können dadurch auch gezielter werben und
auf wichtige Themen hinweisen und schneller reagieren. Hier der
Link zu unserer Homepage: https://el-de-haus-koeln.de
Leider haben wir zum Stand des Besetzungsverfahrens für die
Nachfolge von Dr. Werner Jung nicht viel Neues zu berichten. Immerhin
geht es nunmehr den von der Verwaltung angekündigten
Gang. Die Bewerbungen sind eingegangen und laut Mitteilung
vom 19. August ist eine Kommission unter Einbeziehung von (uns
bisher nicht bekannten) Expert*innen gebildet worden. Das letzte
Wort wird die Oberbürgermeisterin zu sprechen haben. Ob das
Verfahren dann zum Jahrestag der Verabschiedung von Werner
Jung abgeschlossen sein wird, bleibt abzuwarten.

Der Vorstand des Vereins hat in der letzten Zeit verstärkt Gäste zu
seinen Sitzungen eingeladen, um einzelne inhaltliche Aspekte zu
vertiefen. Zuletzt stellte uns Daniel Vymyslicky von der Meldestelle
für antisemitische Vorfälle in der Fachstelle m2 seine Arbeit und
den gerade veröffentlichten Jahresbericht vor. Diese Arbeit ist –
unabhängig von den Strafverfolgungsbehörden – eine wichtige
niedrigschwellige Instanz, um Betroffenen zu helfen und auf das
Thema in der Öffentlichkeit hinzuweisen.
Bei zwei Gedenkveranstaltungen wurden wir um Beiträge angefragt,
die von der Co-Vorsitzenden Claudia Wörmann-Adam wahrgenommen
wurden.
Am 2. Juli wurde an das Massaker von Sivas erinnert, bei dem 33
Menschen im Jahr 1993 von Islamisten ermordet wurden. Die alevitischen
Organisationen fordern seit langem ein würdiges Gedenken
für die Opfer, das von der türkischen Führung verweigert wird.
Am 24. August wurde zum wiederholten Mal am Brückenkopf der
Hohenzollernbrücke die Errichtung eines Denkmals zum Gedenken
an den Genozid am armenischen Volk im Jahr 1915 eingefordert.
In ihrem Beitrag stellte Claudia die literarischen Bezüge zu dem
Völkermord an den Armeniern her und problematisierte das Kaiser-Wilhelm-
Denkmal direkt gegenüber. Der Beitrag ist in diesem Newsletter auch enthalten.
Wir verstehen die Teilnahme an diesen Veranstaltungen nicht nur
als Akt der Solidarität, sondern auch als eine Aufgabe des Vereins,
das Gedenken an Verbrechen gegen die Menschlichkeit räumlich
und zeitlich weiter zu fassen.

Bereits vor der Sommerpause haben wir die Veranstaltung des
Lern- und Gedenkorts Jawne mit dem ukrainischen Historiker Boris
Zabarko unterstützt. Darüber wurde bereits berichtet.
Mit großer Freude erfüllt uns die Nachricht von der Verleihung des
Giesberts-Lewin-Preises der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-
Jüdische Zusammenarbeit für unseren Verein. In ihrer Mitteilung
erwähnt die Gesellschaft neben unserem wichtigsten Thema,
der Erinnerungskultur, auch das Engagement des Vereins gegen
Antisemitismus und Rassismus. Die Verleihung wird in einer Feierstunde
am 15. September stattfinden. Wer teilnehmen möchte,
kann sich, solange noch Plätze vorhanden sind, über
kontakt@koelnische-gesellschaft.de melden.

Und schließlich noch der Hinweis auf die üblichen Vereinsregularien:
Am Dienstag, dem 25. Oktober 2022 laden wir zur nächsten
Mitgliederversammlung ein. Ein Thema wird dort eine vom Vorstand
vorgeschlagene Satzungsänderung sein, die die Vereinszeile
und die Aufnahme von neuen Mitgliedern präzisiert und neu formuliert.
Die Einladung dazu erfolgt in Kürze.

Martin Sölle, Co-Vorsitzender des Vereins EL-DE-Haus e.V.

Das komplette  EL-DE-Info 95  kann als PDF geladen werden.


EL-DE-Info 94 vom Juni-Juli 2022

EDITORIAL

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder des Vereins EL-DE-Haus,

die letzten Wochen und Monate standen im Zeichen der Debatte und Auseinandersetzung um die Frage der Stellenbesetzung der Direktor*innenstelle des NS-Dokumentationszentrums. Die Arbeit unseres Vorstands war hauptsächlich, aber nicht ausschließlich da-von geprägt. Über die einzelnen Abläufe und unsere Aktivitäten dazu haben wir in verschiedenen Rundbriefen berichtet. Sie werden deshalb an dieser Stelle nicht noch einmal wieder gegeben.

Dies ist Anlass auch auf die neue Homepage des Vereins hinzuweisen, die nun über diesen Link direkt angeklickt werden kann: https://el-de-haus-koeln.de
Für die Erstellung der Homepage ein herzliches Dankeschön an Henry Bleicher!
Die aktuelle Entwicklung, nachdem die Stellenausschreibung nun veröffentlicht wurde und mit einer Befristung versehen ist, kommentiert Claudia Wörmann-Adam.

Die stellvertretende Direktorin Annemone Christians-Bernsee weist auf die beiden aktuellen Sonderausstellungen »Theo Beckers. Ein junger Nationalsozialist fotografiert Köln« und »Klänge des Lebens. Geschichten von Sinte*zze und Rom*nja« hin, zu denen es auch ein Begleitprogramm gibt. Der Verein hat die Initiative für Kurator*in-nenführungen durch die Sonderausstellung für die Mitglieder  wieder aufgenommen, zu denen wir gesondert einladen. Seit ein paar Tagen liegt der Jahresbericht 2021 vor, den Sie als Mitglied an der Kasse kostenlos erhalten können.
Aus aktuellem Anlass berichten wir auch über verschiedene Themen im Zusammenhang mit der Ukraine:
Ein Spendenaufruf der Späten Hilfe für vom Krieg betroffene Überlebende des Holocausts und ihre Familien verdient besondere Beachtung. Im NS-Dokumentationszentrum gibt es auch die Möglichkeit bar zu spenden.
https://el-de-haus-koeln.de/wir-ueber-uns/spendenaktion

Unsere Mitglieder Margret und Werner Müller erhielten aus der Hand der Oberbürgermeisterin das Bundesverdienstkreuz für ihre Arbeit zu diesem Thema, besonders bei der Edition des Buches von Boris Zabarko: »Leben und Tod in der Epoche des Holocaust in der Ukraine«. Der Lern- und Gedenkort Jawne hat nun Boris Zabarko für den 30. Juni nach Köln eingeladen. Näheres dazu in der Ankündigung.

Die für den Herbst geplante Studienfahrt zu Gedenkstätten nach Belgien verschieben wir auf das kommende Frühjahr 2023. Eine Ankündigung dazu folgt noch.
Und nicht zuletzt:

Walla Blümcke hat eine weitere Folge in der Reihe »Menschen im EL-DE-Haus« erstellt und stellt im Podcast Daniel Vymyslicky von der Fachstelle [m2] vor.
Allen, die in Wort und Tat unsere Aktivitäten unterstützt haben, sei an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt. Ihre Leserbriefe, Briefe an die Verwaltung und andere Wortmeldungen haben das Bewusstsein für die Bedeutung des NS-Dokumentationszentrums geschärft und ins richtige Licht gesetzt.

Martin Sölle
Co-Vorsitzender des Vereins EL-DE-Haus e.V.

Das komplette  EL-DE-INFO 94 kann als PDF geladen werden.


EL-DE-Info 93 vom März-April 2022

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,
Wir alle sind von der Eskalation des Krieges in der Ukraine sehr betroffen und stehen dieser Entwicklung hilflos, aber nicht sprachlos gegenüber. Seit dem
24. Februar haben viele Menschen in unterschiedlichster Form gegen die Aggression der russischen Führung und die Verletzung des Völkerrechts protestiert und vor allem ihreSolidarität mit den Menschen in der Ukraine artikuliert und organisiert.  Wir sind als Verein im Bündnis »Köln stellt sich quer« beteiligt und Claudia Wörmann-Adam ist dort im Sprecher*innenkreis. Dieses Bündnis hat mit vielen anderen zu der großen Demonstration am Rosenmontag aufgerufen, an der 250.000 Menschen teilgenommen haben. Über die Aktivitäten des Bündnisses gibt es einen Bericht in diesem Newsletter.
Nachdem das neue Jahr für uns mit dem Paukenanschlag des Mitgliedsantrags der AFD in unseren Verein begonnen hatte, sind wir nach wie vor mit der sich hinziehenden Frage der Besetzung der Direktorenstelle des NS-Dokumentationszentrums beschäftigt.
Der Verein EL-DE-Haus ist besorgt über die Nicht-Entscheidung der Stadtspitze in dieser Frage. Wie seit langem bekannt war, gingDr. Werner Jung Ende Oktober 2021 in den Ruhestand. Inzwischen sind Konzepte zur sogenannten »historischen Mitte« in der Debatte, in die das NS-Dokumentationszentrum mit einbezogen wird, obwohl dies u. E. weder geographisch noch sachlich passt. Die Besonderheit der Gedenkstätte mit ihrer pädagogischen Arbeit kann nur in einem eigenständigen Konzept realisiert werden.
Wir appellieren deshalb an die Verantwortlichen im Rat und in der Verwaltung, einen der erfolgreichsten städtischen Institutionen mit ihrem besonderen Charakter zu stärken und umgehend mit einer kompetenten Leitung zu besetzen. Der Aufbau des NS-Dokumentations-zentrums als Gedenkstätte und Dokumentationszentrum wurde durch langjähriges Engagement und Initiativen aus der Kölner Bürgerschaft angestoßen und letztlich auch etabliert. Der Verein EL-DE-Haus ist die Institution dieser Initiative und versteht sich daher nicht nur als Förderverein, sondern auch als Bewahrer der Gedenkstätten- und der spezifischen museumspädagogischen Arbeit des NS-DOK. Vor allem aber trägt der Verein auch das erweiterte Konzept des Hauses zum »Haus für Erinnern und Demokratie« mit, das in Kürze realisiert wird. Diese Erweiterung des Hauses und des Konzeptes sind mit Hilfe einer vom Verein EL-DE-Haus organisierten Spendenaktion (Verdoppelung der Spenden durch die Bethe-Stiftung) und durch zahlreiche Förderer und Spender*innen und vielen Unterstützer*innen aus dem Kulturleben möglich gemacht worden. Dabei ist auch dieEinzelspende des Ehepaars Schuster von 100.000 Euro zu erwähnen.
Was wird nun aus diesem wunderbaren Engagement? Als Vorstand des Vereins – und wir denken auch im Namen der Bürgerschaft und der Förderer sprechen zu können – erwarten wir eine umgehende Besetzung der Leitung des Hauses, um eine Kontinuität der   folgreichen Arbeit von Dr. Werner Jung und dem NS-DOK und neuen Haus für Erinnern und  Demokratie, zu gewährleisten.
Der Vorstand führt zurzeit Gespräche mit Verantwortlichen in Politik und Verwaltung. Wir hoffen unseren Mitgliedern bald ein positives Ergebnis vermelden zu können.

Martin Sölle

Das komplette  EL-DE-INFO 93 kann als PDFgeladen werden.


EL-DE-Info 92 vom März-April 2022

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

nur ein Übergang für den Verein war Ende Oktober die Neuwahl des Vorstandes. Aber für das NS-Dokumentationszentrum war der Abschied des langjährigen Direktors Dr. Werner Jung in den Ruhestand noch kein Neuanfang, da die Frage der Nachfolge noch nicht geregelt war und noch immer nicht ist. Für den Verein gibt es mit der nun gewählten Doppelspitze eine neue Struktur, in die wir uns gerade hineinfinden. Deshalb sind wir sehr froh, dass nach dem Ausscheiden von Hajo Leib und Wolfgang Uellenberg-van Dawen der Vorstand ansonsten fast gleichgeblieben ist. Ein neues Vorstandsmitglied konnten wir mit Angelika Link-Wilden gewinnen, die wir auch hier herzlich begrüßen. An unserer ersten Sitzung nach der Mitgliederversammlung nahm die stellvertretende Direktorin Dr. Annemone Christians-Bernsee teil und mit ihr freuen wir uns auf eine Fortsetzung der guten Kooperation zwischen Verein und NS-Dokumentationszentrum. Ihr Grußwort lesen Sie in diesem Newsletter.

Der Abschied für Dr. Werner Jung wurde vom Verein EL-DE-Haus in der Synagogengemeinde ausgerichtet. Der Gemeinde und ihren Vertreterinnen und Vertretern sowie allen, die daran mitgewirkt haben, sei an dieser Stelle auch ein öffentliches Dankeschön ausgesprochen. Die Arbeit von Dr. Werner Jung wird im Newsletter mit dem Beitrag von Hans-Peter Killgus gewürdigt. Es ist eine bearbeitete

Fassung seines Redebeitrags bei der Verabschiedung. Die letzte von Werner Jung verantwortete Ausstellung »Philibert & Fifi«, die noch bis zum 31. Januar 2022 läuft, kommt hier auch in einem Gastbeitrag von Martin Oehlen (früher Kölner Stadt-Anzeiger) zur Sprache, der uns eine Besprechung der Publikation zu Charrin von Werner Jung zur Verfügung stellt. Herzlichen Dank dafür!

Kurz hintereinander bekamen wir zwei Todesnachrichten zu Menschen, die mit uns und unserer Arbeit eng verbunden waren. Wir trauern um den Historiker und Mitarbeiter Dr. Ulrich Eumann, der im Auftrag des Vereins im NS-Dokumentationszentrum u.a. zum Thema Widerstand geforscht und gearbeitet hat. Eine Würdigung ist hier veröffentlicht.

Wir trauern um den Schriftsteller Doğan Akhanlı, mit dem viele von uns persönlich verbunden waren und der neue Impulse in die Arbeit der Gedenkstätte eingebracht hat. Es sind zahlreiche Nachrufe für ihn veröffentlicht worden. Eine Zusammenstellung dieser Würdigungen seiner Person und seiner Arbeit finden Sie ebenfalls hier.

Schließlich möchten wir auf die alljährliche Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar 2022 hinweisen. Wir hoffen sehr, dass sie dieses Jahr in Präsenz stattfinden kann, nachdem sie in 2021 abgesagt werden musste. Da die Antoniterkirche wegen Sanierungsarbeiten nicht zur Verfügung steht, sind wir zu Gast in der Kunst-Station St. Peter Köln, nicht weit von der Antoniterkirche und dem Neumarkt entfernt.

Wie angekündigt haben wir als Reaktion auf die zunehmenden antisemitischen Übergriffe und Angriffe auf Jüdinnen und Juden in Köln ein Armbändchen mit der Aufschrift Stopp – Antisemitismus herausgebracht, das allen, die ihre Solidarität bekunden wollen, zur Verfügung steht. Die Bändchen sind nun da und können und sollen hoffentlich von vielen getragen werden. Sie bekommen sie an der Museumskasse gegen eine kleine Spende in die Spendenbox.

Wir wünschen Ihnen frohe Feiertage und alles Gute für das neue Jahr 2022!

Martin Sölle und Claudia Wörmann-Adam

Das komplette  EL-DE-INFO 92 kann hier als PDF geladen werden.


Die Newsletter bis zum Dezember 2021 finden sich hier:

https://www.museenkoeln.de/Downloads/nsd/EL-DE-INFO_91.pdf