Förderverein des NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Nachruf auf Uschi Nienhaus

Vor wenigen Wochen ist unser Mitglied Uschi Nienhaus im Alter von 79 Jahren verstorben. Uschi Nienhaus hat ihr Studium der Geschichte an der damaligen PH Köln abgeschlossen mit einer Staatsexamensarbeit unter dem Titel DIE KOELNER NSDAP IN DEN LETZTEN JAHREN DER WEIMARER REPUBLIK. Ein entscheidender Impuls für diese Themenwahl war, wie sie in ihrer Einleitung schreibt, „das Entsetzen über die im Namen des deutschen Volkes begangenen Verbrechen“ und die sich daraus ergebende Frage, wie die Errichtung der Nazidiktatur möglich war. 1976, als sie diese Arbeit verfasste, war in Köln noch die Auffassung weit verbreitet, die Kölner hätten sich weitgehend immun gezeigt gegen die Hetze der NSDAP. Ihre Arbeit wies nach, dass dies mitnichten der Fall war. Die Erforschung des NSDAP-Aufstiegs in Köln hatte damals noch nicht stattgefunden. Die Arbeit von Uschi Nienhaus war äußerst breit angelegt: Ihre Quellen waren die Kölner Tageszeitungen (einschließlich des damals noch kaum genutzten Westdeutschen Beobachters), etliche einschlägige Quellenbände des Landeshauptarchivs sowie auch ein Zeitzeugen-Interview mit dem ehemaligen Gebietsführer der HJ. Mit einem Umfang von ca. 450 Seiten sprengte ihre Arbeit, die 1976 eine lokale Pionierstudie war, den üblichen Umfang von Examensarbeiten bei weitem. Auch Horst Matzerath hat in seinem den Nationalsozialismus betreffenden Band – als Teil der mehrbändigen GESCHICHTE DER STADT KÖLN – mehrfach auf diese Arbeit Bezug genommen.

Uschi Nienhaus wird in Erinnerung bleiben als engagierte und pointiert kommentierende Teilnehmerin von Veranstaltungen des NS-Dok.